Hydraulischer Abgleich der Heizung

Was ist ein hydraulischer Abgleich und was bewirkt er?

Das Thermostat eines Heizkörpers symbolisiert den hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage.

Jedes Jahr sollte mit Beginn der Heizperiode überprüft werden, ob die Heizkörper korrekt funktionieren und gleichmäßig warm werden, damit der Wohnraum durch das Heizsystem möglichst effizient beheizt wird und keine unnötigen Kosten entstehen.

Doch nicht immer arbeitet die Heizung nach dem Aufdrehen der Thermostatventile einwandfrei. Bei gluckernden Heizkörpern oder solchen, die nicht richtig oder ungleichmäßig warm werden, kann ein hydraulischer Abgleich der Heizung helfen. Diese Maßnahme sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Gebäude und optimiert den Volumenstrom, damit alle Heizkörper die gewünschte Raumtemperatur erreichen. So wird der Energieverbrauch durch die Heizungsanlage reduziert und der Komfort im Gebäude erhöht.

Doch wie genau macht man einen hydraulischen Abgleich und wie oft muss er durchgeführt werden? Das und mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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Thomas Schneider
energis Kundenberater

Das Wichtigste in Kürze zum hydraulischen Abgleich

  • Effiziente Wärmeverteilung: Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Heizwasser versorgt werden, was den Energieverbrauch senkt und den Komfort erhöht.

  • Kostenersparnis: Der Abgleich kann die Heizkosten um bis zu 15 Prozent senken [LC1] und die Energieeffizienz steigern.

  • Förderung nutzen: Förderungen durch das BAFA oder die KfW können die Kosten für den hydraulischen Abgleich um bis zu 20 Prozent [LC2] reduzieren.

  • Notwendig bei baulichen Veränderungen: Ein hydraulischer Abgleich ist insbesondere nach der Erneuerung des Heizsystems oder baulichen Maßnahmen wie dem Tausch von Pumpen oder Ventilen sinnvoll.

Woran merke ich, dass ein hydraulischer Abgleich gemacht werden sollte?

Wie erkennen Sie, ob Ihr System nicht richtig arbeitet und ein hydraulischer Heizungsabgleich nötig ist? Hier sind einige typische Anzeichen:

Eine Infografik zeigt die Vorteile des hydraulischen Abgleichs.

Was bewirkt ein hydraulischer Abgleich der Heizung?

Welche konkreten Vorteile bietet die Maßnahme des hydraulischen Abgleichs? Ein Überblick:

  • Gleichmäßige Wärmeverteilung: Der hydraulische Abgleich stellt sicher, dass alle Heizkörper im Gebäude gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Durch die Anpassung des Volumenstroms wird verhindert, dass nahegelegene Heizkörper überhitzen, während entfernte Heizkörper unzureichend beheizt bleiben. Diese gleichmäßige Wärmeverteilung sorgt für eine konstante und angenehme Raumtemperatur in allen Räumen.

  • Energie- und Kosteneinsparung: Durch den hydraulischen Abgleich wird vermieden, dass Heizkörper unnötig mit Wasser überversorgt werden. Das senkt nicht nur den Energieverbrauch, sondern reduziert auch die Heizkosten, da das System effizienter arbeitet und die benötigte Heizleistung besser abgestimmt wird.

  • Verbesserter Komfort: Nach einem hydraulischen Abgleich müssen Sie die Heizung nicht mehr ständig nachregulieren. Die Räume werden gleichmäßig warm, ohne dass einzelne Bereiche überhitzt oder unterversorgt werden. So genießen Sie konstanten Komfort in allen Räumen.

  • Geringere Geräusche: Der Abgleich reguliert die Durchflussmenge des Heizwassers, was Heizgeräusche wie Pfeifen, Rauschen oder Gluckern im System deutlich reduziert. Dies sorgt für ein ruhigeres und angenehmeres Raumklima.

  • Optimierte Pumpenleistung: Nach dem hydraulischen Abgleich arbeitet die Heizungspumpe effizienter, da sie nur noch den benötigten Druck aufbaut. Dadurch sinkt der Stromverbrauch der Pumpe und die gesamte Heizungsanlage läuft effizienter, was wiederum zu einer besseren Energieausnutzung führt.

Ist ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage Pflicht?

Seit dem 1. Oktober 2024 ist der hydraulische Abgleich gemäß Paragraf 60c des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) in einigen Gebäuden und je nach Heizungsanlage gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehören:

  • Neuinstallationen: Wenn eine neue Heizung in Mehrfamilienhäusern mit mindestens 6 Wohneinheiten installiert wird, muss der hydraulische Abgleich durchgeführt werden.

  • Heizungstausch: Beim Austausch und Modernisieren der Heizung ist der hydraulische Abgleich häufig eine gesetzliche Voraussetzung.

  • Förderungen: Wer staatliche Förderungen für die Heizungsmodernisierung oder den Heizungstausch in Anspruch nimmt, muss in der Regel einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen, um von den Fördermitteln zu profitieren.

Auch wenn es keine generelle Pflicht für kleinere Bestandsgebäude wie Einfamilienhäuser oder kleinere Mehrfamilienhäuser gibt, ist ein hydraulischer Abgleich eine sinnvolle Maßnahme, um die Heizungsanlage zu optimieren.

Welche Förderungen gibt es für den hydraulischen Abgleich?

Der hydraulische Abgleich wird im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) durch das BAFA mit einem Zuschuss von 15 Prozent unterstützt. Wenn zusätzlich ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt, kann der Zuschuss um 5 Prozent erhöht werden, sodass insgesamt 20 Prozent Förderung möglich sind. Die Förderhöhe ist auf 30.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt, wobei ein Mindestvolumen von 300 Euro erforderlich ist. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Es ist wichtig, dass der hydraulische Abgleich von einem Fachbetrieb durchgeführt wird, insbesondere wenn er mit dem Austausch der Heizungspumpe verbunden ist, um die volle Förderung zu erhalten.

Wie funktioniert ein hydraulischer Abgleich der Heizkörper?

Ein Mann führt einen hydraulischen Abgleich der Heizung durch.

Der hydraulische Abgleich ist ein Verfahren, das sicherstellt, dass Ihre Heizungsanlage effizient arbeitet und alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. In den folgenden Schritten erklären wir, wie ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird und welche Berechnungen und Anpassungen notwendig sind, um die Heizungsanlage optimal einzustellen:

1. Berechnung der Heizlast: Zu Beginn wird von einem Fachmann die Berechnung der Heizlast durchgeführt, um den genauen Wärmebedarf für jeden Raum zu ermitteln. Dabei werden Faktoren wie die Dämmung des Gebäudes, die Fenstergröße, das Raumvolumen und die Ausrichtung der Räume berücksichtigt. Diese Berechnung stellt sicher, dass jedes Zimmer mit der richtigen Heizleistung versorgt wird und keine Energie verschwendet wird, da die Heizungsanlage nur so viel Wärme liefert, wie tatsächlich benötigt wird.

2. Wassermengenberechnung: Im nächsten Schritt wird der Volumenstrom des Heizungswassers für jeden Heizkörper berechnet. Diese Berechnung stellt sicher, dass jeder Heizkörper genau die Menge Heizwasser erhält, die nötig ist, um die Solltemperatur im Raum zu erreichen. Durch die genaue Berechnung des Volumenstroms wird gewährleistet, dass alle Heizkörper effizient arbeiten und gleichmäßig Wärme abgeben, was den Energieverbrauch optimiert.

3. Rohrnetzberechnung: Die Rohrnetzberechnung erfolgt, um die Druckverluste im gesamten Rohrsystem der Heizungsanlage zu ermitteln. Diese Berechnung bestimmt die richtige Leistung der Heizungspumpe. Ein optimaler Druck in den Rohrleitungen sorgt dafür, dass das Heizwasser ohne unnötigen Energieverlust gleichmäßig und effizient zu allen Heizkörpern im Gebäude transportiert wird.

4. Ventileinstellung: An den Heizkörpern werden voreinstellbare Thermostatventile eingesetzt, um den Wasserfluss individuell anzupassen. Dabei wird der Durchfluss an den Heizkörpern nahe der Heizungspumpe stärker gedrosselt, während weiter entfernte Heizkörper weniger gedrosselt werden, damit das Heizwasser auch dort die nötige Temperatur erreicht. Diese präzise Ventileinstellung sorgt dafür, dass alle Räume gleichmäßig beheizt werden und der Wärmebedarf jedes Raums gedeckt ist.

5. Pumpen- und Heizkurvenanpassung: Abschließend wird die Heizungspumpe auf den benötigten Volumenstrom eingestellt. Diese Anpassung ist notwendig, damit das Heizsystem effizient arbeitet und der Druckverlust im Rohrnetz minimiert wird. Zudem wird die Heizkurve, die die Vorlauftemperatur regelt, optimiert, um eine konstante und gleichmäßige Wärmeverteilung im Gebäude sicherzustellen. Eine korrekt eingestellte Heizkurve sorgt dafür, dass die Heizung stets die richtige Temperatur liefert, unabhängig von äußeren Temperaturen.

Wie hoch sind die Kosten bei einem hydraulischen Abgleich?

Die Kosten für einen hydraulischen Abgleich variieren je nach Aufbau und Zustand der Heizungsanlage. Folgende Faktoren sind unter anderem ausschlaggebend:

  • Wie viele Heizkörper und Thermostatventile müssen abgleichen?

  • Wie groß ist das Gebäude und wie alt ist die Heizungsanlage?

  • Besitzen Sie eine moderne Heizungspumpe und neue Thermostatventile?

Bei älteren Heizsystemen kann es erforderlich sein, voreinstellbare Thermostatventile nachzurüsten, was zusätzliche Kosten verursacht.

Für ein Einfamilienhaus liegen die typischen Kosten für einen hydraulischen Abgleich zwischen 600 und 1.200 Euro. In Mehrfamilienhäusern steigen die Kosten entsprechend an, beispielsweise können für ein Gebäude mit 5 Wohneinheiten bis zu 5.000 Euro anfallen. Allerdings reduzieren Förderungen durch das BAFA oder die KfW die Kosten erheblich – oft um 15-20 Prozent. Sie macht die Investition deutlich attraktiver und ermöglicht eine schnelle Amortisation der Kosten.

energis Kundenberater Thomas
Obwohl die Kosten für den hydraulischen Abgleich zunächst anfallen, führt diese Maßnahme langfristig zu einer Reduzierung der Energiekosten. Durch die Optimierung des Volumenstroms und die gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamten Gebäude sinkt der Energieverbrauch, beispielsweise für die Heizungsanlage oder den Wärmestrom. Diese Einsparungen machen den hydraulischen Abgleich zu einer lohnenden Investition, die sich schnell auszahlt.

Für welche Heizung ist ein hydraulischer Abgleich sinnvoll?

Ein hydraulischer Abgleich sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und optimiert die Energieeffizienz Ihrer Heizungsanlage. Besonders bei den folgenden Heizsystemen ist der hydraulische Abgleich sinnvoll, um den Komfort zu steigern und den Energieverbrauch zu senken:

  • Heizkörper (Radiatoren): Klassische Heizkörper profitieren stark von einem hydraulischen Abgleich, da die Wärme oft ungleichmäßig verteilt wird. Manche Heizkörper werden heiß, während andere nicht ausreichend warm werden. Ein Abgleich stellt sicher, dass jeder Heizkörper die optimale Menge Heizwasser erhält, was zu einer gleichmäßigen Wärmeverteilung und reduzierten Heizkosten führt.

  • Fußbodenheizung: Eine Fußbodenheizung sorgt zwar grundsätzlich für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, kann jedoch durch ungleiche Durchflussmengen in den Heizkreisen ineffizient werden. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass das Heizwasser in allen Kreisen gleichmäßig verteilt wird, sodass der gesamte Bodenbereich konstant und effizient beheizt wird.

  • Wärmepumpen: Wärmepumpen arbeiten besonders effizient bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Ein hydraulischer Abgleich optimiert den Betrieb der Wärmepumpe, indem er sicherstellt, dass jede Zone im Gebäude die benötigte Wärme erhält. Dies maximiert die Effizienz des Systems und reduziert den Verbrauch von Energie, indem der Volumenstrom korrekt eingestellt wird.

  • Brennwertkessel: Brennwertkessel arbeiten am effizientesten, wenn die Rücklauftemperaturen niedrig bleiben. Ein hydraulischer Abgleich verhindert zu hohe Rücklauftemperaturen, wodurch der Kessel seine Brennwerttechnik optimal nutzen kann. Dies führt zu einer besseren Energieausnutzung und senkt den Verbrauch.

Fazit: Hydraulischer Abgleich der Heizkörper – sinnvoll für eine optimale Wärmeverteilung

Ein hydraulischer Abgleich ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie feststellen, dass Ihre Heizungsanlage nicht optimal funktioniert und hohe Heizkosten verursacht. Auch wenn für den Abgleich zunächst Kosten anfallen, können diese durch Förderungen um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Diese Maßnahme ist besonders vorteilhaft für verschiedene Heizsysteme, wie etwa klassische Heizkörperheizungen, moderne Wärmepumpen oder Brennwertheizungen. Durch den hydraulischen Abgleich wird die Wärmeverteilung optimiert, was nicht nur den Komfort steigert, sondern auch die Energieeffizienz Ihrer Heizungsanlage erhöht. So sorgt der Abgleich dafür, dass Ihr Heizsystem optimal arbeitet und Sie langfristig von gesenkten Heizkosten profitieren.

Häufige Fragen zum hydraulischen Abgleich

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